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Politik


Verbietet die Gen Z? Dann sperrt konsequenterweise auch die Stadien!
Leute, was stimmt mit euch nicht? In einer nicht repräsentativen ntv-Zuschauerabstimmung stimmen 87 Prozent der Teilnehmenden für ein Verbot weiterer Gen-Z-Demonstrationen. 87 Prozent! Leute, was stimmt nicht mit euch? Zehntausende junge Menschen gehen friedlich auf die Straße. Sie demonstrieren für bessere Schulen, ein bezahlbares Leben, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und gegen eine Wehrpflicht. Stunden später kapern radikale Gruppen einige dieser Versammlungen, schlagen
vor 26 Minuten5 Min. Lesezeit


Wie man einer Generation beibringt, den Staat zu hassen
Zehntausende junge Menschen demonstrierten friedlich. Am Ende blieben Bilder von Wasserwerfern, Plünderungen und Polizeigewalt – und eine politische Erzählung, deren Schuldige schon vorher feststanden. Manuel Ostermann bezeichnete die angekündigten Jugendproteste bereits im Vorfeld als Aufmarsch eines „linksextremistischen und migrantisch gewaltbereiten Milieus“. Eine Wortwahl, die Feindbilder schafft, bevor überhaupt jemand demonstriert hat. Fotos: Manuel Ostermann, Roy Zuo
vor 2 Tagen5 Min. Lesezeit


Es geht nicht um Antisemitismus. Es geht um Macht.
Die Kampagne gegen Elif Eralp benutzt Judenhass und Clankriminalität als Waffen. Ihr eigentliches Ziel ist die politische Vernichtung einer Frau – und die Verhinderung sozialer Politik. Fotos: Ferran Cornellà, Elekes Andor und Martin Rulsch/Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Ausschnitte und Gestaltung: Einordnung. Bearbeitung unter CC BY-SA 4.0. Seit dem Wahlsieg der Linken in Berlin wird so getan, als habe die Stadt nicht über Mieten, Wohnungsnot und soziale Sicherheit abgesti
vor 2 Tagen4 Min. Lesezeit


Die Treibjagd auf Elif Eralp
Nicht die Angst einer Politikerin ist der Skandal – sondern wie Medien und politische Gegner sie zur Waffe gegen sie machen Elif Eralp: Ihre Sorge um die Sicherheit ihrer Familie wurde von Medien und politischen Gegnern zum Zweifel an ihrer Regierungsfähigkeit umgedeutet. Foto: Ferran Cornellà, „Elif Eralp, 13.12.25“, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Ausschnitt und Gestaltung: Einordnung. Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ Es gibt Momente, in denen man ni
vor 4 Tagen5 Min. Lesezeit


Wenn Kriminalität einen arabischen Nachnamen trägt, nennen wir sie „Clan“
Trägt das Netzwerk einen traditionsreichen deutschen Namen, sprechen wir von einer Affäre Über Berliner Dammbrüche, konservative Empörung und die Affären der feinen Leute Berlin im Herbst 2026. Linke, Grüne und SPD legen ein Sondierungspapier vor – und in konservativen Netzwerken bricht augenblicklich das Abendland zusammen. Von einem „extremistischen Programm“ ist die Rede, von der angeblich gefährlichsten Partei Deutschlands, von „Islamo-Gauchismus“ und von Zuständen wie in
19. Okt.5 Min. Lesezeit


Nicht das Wort ist der Skandal
Kaum rügt Julia Klöckner einen Grünen, weil er die millionenfachen Vertreibungsfantasien aus dem Umfeld der AfD als „Deportation“ bezeichnet, kriechen in den sozialen Netzwerken wieder unzählige rechte Accounts aus ihren Löchern. Fast wortgleich erklären sie den Vorwurf zur „Lüge“ – als hätte jemand erneut ein gemeinsames Drehbuch verteilt. Zur Wahrheit gehört: Klöckner hat Timon Dzienus kein Redeverbot erteilt. Sie ließ ihn ausreden und rügte ihn anschließend. Aber gerade di
15. Okt.2 Min. Lesezeit


Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte
Trump entfacht den Krieg gegen Iran, Putin führt seinen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Als der Diesel knapp wird, beschuldigt Washington das Opfer – und belohnt den Aggressor. Kriege beginnen nicht an Tankstellen. Aber dort kommen ihre Folgen bei den Menschen an. Im Februar kostete eine Gallone Diesel in den Vereinigten Staaten noch etwa 3,80 Dollar. Inzwischen sind es mehr als sechs Dollar. Weltweit ist der Preis seit Beginn des Iran-Krieges um fast 70 Prozent gestiege
12. Okt.5 Min. Lesezeit


Eine Minute nach zwölf
Was Hape Kerkeling, Wolfgang Langhoff und Sachsen-Anhalt miteinander verbindet – und warum die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens jetzt beginnen muss Hape Kerkeling hat im Thüringer Landtag eine Rede gehalten. Keine Büttenrede, keine Parodie, keinen Auftritt als Horst Schlämmer. Er sprach als Bürger und als Enkel eines Mannes, den die Nationalsozialisten nach neun Jahren Zuchthaus nicht freiließen, sondern in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppten. Kerkeling warb d
7. Okt.7 Min. Lesezeit


Die Demokratiefeinde brauchen Türöffner.
Das Beängstigende an Hugenbergs Geschichte ist, wie vertraut der Mechanismus heute wirkt: Mächtige Männer bekämpfen demokratische Gegenkräfte, verschaffen der radikalen Rechten gesellschaftliche Anerkennung und halten sich dabei für die vernünftige Mitte. Alfred Hugenberg war Medienunternehmer, Vorsitzender der DNVP und schließlich Minister in Hitlers Regierung. Seine Presse half, die Weimarer Demokratie zu untergraben. Er gehörte zu den konservativen Kräften, die Hitler den
5. Okt.3 Min. Lesezeit


ICH WILL MEIN LAND ZURÜCK
Ich habe es so satt. Ich habe es so satt, dass sie davon reden, sie wollten sich „ihr Land zurückholen“. Wessen Land denn? Das ist doch mein Land! Das ist dein Land! Das ist das Land von uns allen, die jeden Morgen aufstehen und diesen verdammten Laden am Laufen halten. Ich will mein Land zurück. Aber nicht von Migranten. Nicht von Flüchtlingen. Nicht von der Regenbogenfamilie nebenan. Ich will es zurück von denen, die mir einreden wollen, dass dieses Land ihnen mehr gehört a
24. Sept.5 Min. Lesezeit


DIE KAMPAGNENMASCHINE LÄUFT WIEDER
Erst Habeck. Dann Brosius-Gersdorf. Jetzt die Linke. Es wäre zu einfach, nur auf Markus Söder zu zeigen. Söder ist nicht das System. Er ist dessen lauteste Sirene. Was wir gerade erleben, ist ein bekanntes Zusammenspiel aus Union, konservativer Kampagnenpresse und wirtschaftlichen Interessen. Es braucht dafür keine geheime Absprache und keinen dunklen Hinterzimmerplan. Es reicht vollkommen, dass alle Beteiligten dasselbe wollen: Bestimmte politische Veränderungen verhindern.
24. Sept.3 Min. Lesezeit


Putins neue DDR
Warum eine groteske Drohung aus Moskau weniger absurd ist, als sie klingt Man könnte darüber lachen. Wladimir Solowjow, einer der lautesten Propagandisten des Kremls, erklärt im russischen Fernsehen, Deutschland habe durch seine Unterstützung der Ukraine gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag verstoßen. Deshalb müsse Russland die Bundesrepublik als Staat infrage stellen, die diplomatischen Beziehungen abbrechen und auf die Wiederherstellung der DDR hinarbeiten. Das ist völkerrechtl
21. Sept.5 Min. Lesezeit


Warum kennen wir Irena Sendler nicht?
Heute ist Weltkindertag. Ein Tag, an dem wir über die Rechte und den Schutz von Kindern sprechen. Vielleicht ist gerade heute der richtige Tag, an eine Frau zu erinnern, deren Namen erstaunlich wenige Menschen kennen. Irena Sendler half während der deutschen Besatzung Polens, jüdische Kinder vor dem Tod zu retten. Sie brachte sie nicht allein in Sicherheit. Hinter ihr stand ein Netzwerk mutiger Menschen. Kinder wurden aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt, bekamen falsche Id
20. Sept.4 Min. Lesezeit


Was ist ein Menschenleben wert?
Er war 21 Jahre alt. Erfan Mirzaei. Rapper. Iraner. Ein junger Mann, dessen Leben eigentlich noch vor ihm liegen sollte. Jetzt ist er tot. Nach derzeitigen Berichten starb er im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan. Einige Quellen berichten, er sei hingerichtet worden. Andere sprechen von schweren Folterverletzungen und davon, dass er an deren Folgen gestorben sein könnte. Vielleicht werden wir irgendwann genau wissen, wie Erfan Mirzaei starb. Vielleicht auch nicht. Für das, was mic
10. Sept.4 Min. Lesezeit


Die Dummheit der anderen
Denken Sie einmal an einen dummen Menschen. Nicht lange. Nur für einen Moment. Haben Sie jemanden? Gut. Behalten Sie diesen Menschen ein wenig im Hinterkopf. Wir werden später noch einmal auf ihn zurückkommen. Nur eines möchte ich Ihnen schon jetzt verraten: Dieser Artikel handelt nicht von ihm. Ich schreibe nämlich nicht über dumme Menschen. Ich wüsste auch nicht, wer mir das Recht gäbe, einen Menschen so zu nennen. Zu schnell wird Dummheit mit mangelnder Bildung verwechselt
4. Sept.8 Min. Lesezeit


WIEDER.
Wohin eigentlich? „Wir möchten unsere eigene Geschichte wieder ehren, sie ganzheitlich betrachten und wieder stolz auf die deutsche Geschichte sein.“ Dieser Satz stammt von Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Man kann sich an diesem Satz an vielem reiben. Am Wort „Ehre“ vielleicht. Am Wort „Stolz“. Mich beschäftigt ein anderes Wort. Wieder. Denn „wieder“ ist kein beiläufiges Wort. Wer sagt, etwas müsse wieder geschehen, sagt damit auch: Es gab einmal einen
11. Aug.4 Min. Lesezeit


Terror, Wahlkampf und die Frage, wem das alles nützt
Zuallererst gilt mein Mitgefühl den Angehörigen des Todesopfers und allen Verletzten dieses schrecklichen Anschlags. Ein friedliches Fest der Vielfalt wurde innerhalb weniger Sekunden zum Ort des Schreckens. Das allein sollte im Mittelpunkt stehen. Und doch geschieht jedes Mal dasselbe. Noch bevor alle Fakten bekannt sind, beginnt bereits der zweite Kampf – der um die politische Deutungshoheit. Die Bilder sind kaum ausgestrahlt, da überschlagen sich auf X die immer gleichen S
26. Juli2 Min. Lesezeit


Der Verrat der Wächter
Warum der Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz weit mehr über den Zustand unserer Demokratie verrät als über Alexander Dobrindt. Es gibt politische Entscheidungen, die sofort einen Sturm der Entrüstung auslösen. Und es gibt Entscheidungen, die einen Sturm auslösen müssten. Der Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz gehört zur zweiten Kategorie. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Theater. Einer nach dem anderen wird die Scheinwerfer über der Bühne ausgeschal
24. Juli4 Min. Lesezeit


Wenn aus Fußball ein Kulturkampf wird
Ein Blick auf X – wenige Stunden nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft Alle gezeigten Beiträge wurden innerhalb weniger Stunden nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft auf X veröffentlicht. Sie stammen von unterschiedlichen Accounts – und erzählen dennoch dieselbe Geschichte. Wenn aus Fußball ein Kulturkampf wird Ich wollte eigentlich über Fußball schreiben. Über eine deutsche Mannschaft, die gegen Paraguay ihre Chancen nicht genutzt hat. Über ta
30. Juni5 Min. Lesezeit


Für etwas kämpfen statt gegen alles
Wer sich öffentlich gegen Rechtspopulismus positioniert, lernt schnell eine besondere Form politischer Kommunikation kennen. Man wird als linksgrün, als Systemling, als Gutmensch oder als Teil einer angeblich korrupten Elite bezeichnet. Manchmal sachlich, oft nicht. Deshalb war ich zunächst überrascht, als mir ein AfD-Wähler eine Frage stellte, die weder als Beleidigung noch als Unterstellung gemeint war. Seine Frage lautete: „Warum ist so einer wie du bei den Grünen?“ Je län
5. Juni5 Min. Lesezeit


Wenn Wut nach unten gelenkt wird – warum viele Menschen gegen ihre eigenen sozialen Interessen wählen
Es gehört zu den großen politischen Paradoxien unserer Zeit: Gerade Menschen mit geringem Einkommen oder aus der Mittelschicht wählen zunehmend Parteien, deren Wirtschafts- und Steuerpolitik ihre eigene soziale Lage oft kaum verbessert – manchmal sogar verschlechtert. Auf den ersten Blick wirkt das irrational. Warum unterstützt jemand politische Konzepte, die vor allem Vermögende entlasten, während öffentliche Infrastruktur, soziale Sicherungssysteme oder Bildungseinrichtunge
19. Mai3 Min. Lesezeit


„Heinrich Heine ist mein Lieblingsdichter“ – oder: Wenn politische Selbstbilder auf Literaturgeschichte treffen
„Ihr Lieblingsdichter?“ Tino Chrupalla antwortet im Interview ohne lange nachzudenken: „Heinrich Heine.“ Diese Szene haben viele schon gesehen. Und sie wirkt genau deshalb so bemerkenswert, weil sie auf den ersten Blick so gar nicht in das übliche politische Erwartungsbild passt. Denn ausgerechnet Heinrich Heine. Jener Heinrich Heine, der den deutschen Nationalismus scharf verspottete, der patriotische Selbstinszenierung literarisch zerlegte, der Kirche und Autoritäten mit be
19. Mai3 Min. Lesezeit


„Protestwähler“ klingt harmlos. Fast unschuldig.
Ein bisschen Frust, ein bisschen Wut, ein Denkzettel für „die da oben“. Doch genau diese Verharmlosung ist längst Teil des Problems. Wer heute AfD wählt, kann nicht mehr behaupten, er wisse nicht, wen oder was er da unterstützt. Nicht nach den Deportationsfantasien. Nicht nach den Relativierungen des Nationalsozialismus. Nicht nach den menschenverachtenden Aussagen gegen Migranten, Homosexuelle oder politische Gegner. Nicht nach den rechtsextremen Netzwerken. Nicht nach den..
18. Mai3 Min. Lesezeit
Gesellschaft


Verbietet die Gen Z? Dann sperrt konsequenterweise auch die Stadien!
Leute, was stimmt mit euch nicht? In einer nicht repräsentativen ntv-Zuschauerabstimmung stimmen 87 Prozent der Teilnehmenden für ein Verbot weiterer Gen-Z-Demonstrationen. 87 Prozent! Leute, was stimmt nicht mit euch? Zehntausende junge Menschen gehen friedlich auf die Straße. Sie demonstrieren für bessere Schulen, ein bezahlbares Leben, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und gegen eine Wehrpflicht. Stunden später kapern radikale Gruppen einige dieser Versammlungen, schlagen
5 Min. Lesezeit


Wie man einer Generation beibringt, den Staat zu hassen
Zehntausende junge Menschen demonstrierten friedlich. Am Ende blieben Bilder von Wasserwerfern, Plünderungen und Polizeigewalt – und eine politische Erzählung, deren Schuldige schon vorher feststanden. Manuel Ostermann bezeichnete die angekündigten Jugendproteste bereits im Vorfeld als Aufmarsch eines „linksextremistischen und migrantisch gewaltbereiten Milieus“. Eine Wortwahl, die Feindbilder schafft, bevor überhaupt jemand demonstriert hat. Fotos: Manuel Ostermann, Roy Zuo
5 Min. Lesezeit


Wenn Kriminalität einen arabischen Nachnamen trägt, nennen wir sie „Clan“
Trägt das Netzwerk einen traditionsreichen deutschen Namen, sprechen wir von einer Affäre Über Berliner Dammbrüche, konservative Empörung und die Affären der feinen Leute Berlin im Herbst 2026. Linke, Grüne und SPD legen ein Sondierungspapier vor – und in konservativen Netzwerken bricht augenblicklich das Abendland zusammen. Von einem „extremistischen Programm“ ist die Rede, von der angeblich gefährlichsten Partei Deutschlands, von „Islamo-Gauchismus“ und von Zuständen wie in
5 Min. Lesezeit


Der Krieg im Hörsaal – der Mensch im Schützengraben
Was geschieht, wenn Krieg im Hörsaal zur Strategie wird? Eine persönliche Einordnung über kluge Analysen, fehlende Menschen und die Distanz zwischen Debatte und Schützengraben.
3 Min. Lesezeit


Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte
Trump entfacht den Krieg gegen Iran, Putin führt seinen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Als der Diesel knapp wird, beschuldigt Washington das Opfer – und belohnt den Aggressor. Kriege beginnen nicht an Tankstellen. Aber dort kommen ihre Folgen bei den Menschen an. Im Februar kostete eine Gallone Diesel in den Vereinigten Staaten noch etwa 3,80 Dollar. Inzwischen sind es mehr als sechs Dollar. Weltweit ist der Preis seit Beginn des Iran-Krieges um fast 70 Prozent gestiege
5 Min. Lesezeit


Wenn alle gleichzeitig zur Apotheke fahren
Warum das Auto 1890 keine Zukunft hatte – und das Elektroauto heute natürlich auch nicht „Das Auto wird sich nie durchsetzen. Was geschieht, wenn alle Autos gleichzeitig zur Apotheke fahren, um Benzin zu kaufen? Und was passiert, wenn unterwegs das Benzin ausgeht?“ Karl Friedrich, Pferdefuhrwerkbesitzer, 1890 Dieses Zitat ist nicht historisch verbürgt. Vermutlich hat es diesen Karl Friedrich nie gegeben. Aber es ist so schön, weil es genauso hätt
2 Min. Lesezeit


Die Demokratiefeinde brauchen Türöffner.
Das Beängstigende an Hugenbergs Geschichte ist, wie vertraut der Mechanismus heute wirkt: Mächtige Männer bekämpfen demokratische Gegenkräfte, verschaffen der radikalen Rechten gesellschaftliche Anerkennung und halten sich dabei für die vernünftige Mitte. Alfred Hugenberg war Medienunternehmer, Vorsitzender der DNVP und schließlich Minister in Hitlers Regierung. Seine Presse half, die Weimarer Demokratie zu untergraben. Er gehörte zu den konservativen Kräften, die Hitler den
3 Min. Lesezeit


Elf Deutsche. Und neun werden öffentlich ausgebürgert.
Deutschland hat gegen Griechenland mit 0:1 verloren. Elf Fußballer verloren ein Spiel. Was anschließend auf X geschah, hatte mit Fußball jedoch kaum noch etwas zu tun: Neun Spielern wurde öffentlich ihr Deutschsein abgesprochen – aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Namen und der Herkunft ihrer Eltern. Nicht von einer Behörde. Nicht durch ein Gericht. Sondern vom digitalen Volksgerichtshof der selbst ernannten „ethnischen Deutschen“. Ein Account rechnete vor: „Nur 2 Deutsche in de
4 Min. Lesezeit


ICH WILL MEIN LAND ZURÜCK
Ich habe es so satt. Ich habe es so satt, dass sie davon reden, sie wollten sich „ihr Land zurückholen“. Wessen Land denn? Das ist doch mein Land! Das ist dein Land! Das ist das Land von uns allen, die jeden Morgen aufstehen und diesen verdammten Laden am Laufen halten. Ich will mein Land zurück. Aber nicht von Migranten. Nicht von Flüchtlingen. Nicht von der Regenbogenfamilie nebenan. Ich will es zurück von denen, die mir einreden wollen, dass dieses Land ihnen mehr gehört a
5 Min. Lesezeit


DIE KAMPAGNENMASCHINE LÄUFT WIEDER
Erst Habeck. Dann Brosius-Gersdorf. Jetzt die Linke. Es wäre zu einfach, nur auf Markus Söder zu zeigen. Söder ist nicht das System. Er ist dessen lauteste Sirene. Was wir gerade erleben, ist ein bekanntes Zusammenspiel aus Union, konservativer Kampagnenpresse und wirtschaftlichen Interessen. Es braucht dafür keine geheime Absprache und keinen dunklen Hinterzimmerplan. Es reicht vollkommen, dass alle Beteiligten dasselbe wollen: Bestimmte politische Veränderungen verhindern.
3 Min. Lesezeit


Putins neue DDR
Warum eine groteske Drohung aus Moskau weniger absurd ist, als sie klingt Man könnte darüber lachen. Wladimir Solowjow, einer der lautesten Propagandisten des Kremls, erklärt im russischen Fernsehen, Deutschland habe durch seine Unterstützung der Ukraine gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag verstoßen. Deshalb müsse Russland die Bundesrepublik als Staat infrage stellen, die diplomatischen Beziehungen abbrechen und auf die Wiederherstellung der DDR hinarbeiten. Das ist völkerrechtl
5 Min. Lesezeit


Warum kennen wir Irena Sendler nicht?
Heute ist Weltkindertag. Ein Tag, an dem wir über die Rechte und den Schutz von Kindern sprechen. Vielleicht ist gerade heute der richtige Tag, an eine Frau zu erinnern, deren Namen erstaunlich wenige Menschen kennen. Irena Sendler half während der deutschen Besatzung Polens, jüdische Kinder vor dem Tod zu retten. Sie brachte sie nicht allein in Sicherheit. Hinter ihr stand ein Netzwerk mutiger Menschen. Kinder wurden aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt, bekamen falsche Id
4 Min. Lesezeit


Was ist ein Menschenleben wert?
Er war 21 Jahre alt. Erfan Mirzaei. Rapper. Iraner. Ein junger Mann, dessen Leben eigentlich noch vor ihm liegen sollte. Jetzt ist er tot. Nach derzeitigen Berichten starb er im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan. Einige Quellen berichten, er sei hingerichtet worden. Andere sprechen von schweren Folterverletzungen und davon, dass er an deren Folgen gestorben sein könnte. Vielleicht werden wir irgendwann genau wissen, wie Erfan Mirzaei starb. Vielleicht auch nicht. Für das, was mic
4 Min. Lesezeit


Die Dummheit der anderen
Denken Sie einmal an einen dummen Menschen. Nicht lange. Nur für einen Moment. Haben Sie jemanden? Gut. Behalten Sie diesen Menschen ein wenig im Hinterkopf. Wir werden später noch einmal auf ihn zurückkommen. Nur eines möchte ich Ihnen schon jetzt verraten: Dieser Artikel handelt nicht von ihm. Ich schreibe nämlich nicht über dumme Menschen. Ich wüsste auch nicht, wer mir das Recht gäbe, einen Menschen so zu nennen. Zu schnell wird Dummheit mit mangelnder Bildung verwechselt
8 Min. Lesezeit


Zwischen Spott und Realität: Ein anderes Bild von Deutschland
Hand aufs Herz: Wer wusste, dass Teile von The Hunger Games: Mockingjay in Berlin und Brandenburg gedreht wurden? Dass Keanu Reeves für Matrix Resurrections und John Wick: Chapter 4 in Berlin und Babelsberg vor der Kamera stand? Dass Marvel für Captain America: Civil War nach Deutschland kam? Ich wusste es nicht. Und ich vermute, dass es vielen so geht. Dabei ist die Liste bemerkenswert. Atomic Blonde entstand zu großen Teilen in Berlin und Babelsberg. Steven Spielberg drehte
6 Min. Lesezeit


WIEDER.
Wohin eigentlich? „Wir möchten unsere eigene Geschichte wieder ehren, sie ganzheitlich betrachten und wieder stolz auf die deutsche Geschichte sein.“ Dieser Satz stammt von Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Man kann sich an diesem Satz an vielem reiben. Am Wort „Ehre“ vielleicht. Am Wort „Stolz“. Mich beschäftigt ein anderes Wort. Wieder. Denn „wieder“ ist kein beiläufiges Wort. Wer sagt, etwas müsse wieder geschehen, sagt damit auch: Es gab einmal einen
4 Min. Lesezeit


Terror, Wahlkampf und die Frage, wem das alles nützt
Zuallererst gilt mein Mitgefühl den Angehörigen des Todesopfers und allen Verletzten dieses schrecklichen Anschlags. Ein friedliches Fest der Vielfalt wurde innerhalb weniger Sekunden zum Ort des Schreckens. Das allein sollte im Mittelpunkt stehen. Und doch geschieht jedes Mal dasselbe. Noch bevor alle Fakten bekannt sind, beginnt bereits der zweite Kampf – der um die politische Deutungshoheit. Die Bilder sind kaum ausgestrahlt, da überschlagen sich auf X die immer gleichen S
2 Min. Lesezeit


Der Verrat der Wächter
Warum der Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz weit mehr über den Zustand unserer Demokratie verrät als über Alexander Dobrindt. Es gibt politische Entscheidungen, die sofort einen Sturm der Entrüstung auslösen. Und es gibt Entscheidungen, die einen Sturm auslösen müssten. Der Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz gehört zur zweiten Kategorie. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Theater. Einer nach dem anderen wird die Scheinwerfer über der Bühne ausgeschal
4 Min. Lesezeit


Wenn aus Fußball ein Kulturkampf wird
Ein Blick auf X – wenige Stunden nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft Alle gezeigten Beiträge wurden innerhalb weniger Stunden nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft auf X veröffentlicht. Sie stammen von unterschiedlichen Accounts – und erzählen dennoch dieselbe Geschichte. Wenn aus Fußball ein Kulturkampf wird Ich wollte eigentlich über Fußball schreiben. Über eine deutsche Mannschaft, die gegen Paraguay ihre Chancen nicht genutzt hat. Über ta
5 Min. Lesezeit


Für etwas kämpfen statt gegen alles
Wer sich öffentlich gegen Rechtspopulismus positioniert, lernt schnell eine besondere Form politischer Kommunikation kennen. Man wird als linksgrün, als Systemling, als Gutmensch oder als Teil einer angeblich korrupten Elite bezeichnet. Manchmal sachlich, oft nicht. Deshalb war ich zunächst überrascht, als mir ein AfD-Wähler eine Frage stellte, die weder als Beleidigung noch als Unterstellung gemeint war. Seine Frage lautete: „Warum ist so einer wie du bei den Grünen?“ Je län
5 Min. Lesezeit


Wenn Wut nach unten gelenkt wird – warum viele Menschen gegen ihre eigenen sozialen Interessen wählen
Es gehört zu den großen politischen Paradoxien unserer Zeit: Gerade Menschen mit geringem Einkommen oder aus der Mittelschicht wählen zunehmend Parteien, deren Wirtschafts- und Steuerpolitik ihre eigene soziale Lage oft kaum verbessert – manchmal sogar verschlechtert. Auf den ersten Blick wirkt das irrational. Warum unterstützt jemand politische Konzepte, die vor allem Vermögende entlasten, während öffentliche Infrastruktur, soziale Sicherungssysteme oder Bildungseinrichtunge
3 Min. Lesezeit


„Heinrich Heine ist mein Lieblingsdichter“ – oder: Wenn politische Selbstbilder auf Literaturgeschichte treffen
„Ihr Lieblingsdichter?“ Tino Chrupalla antwortet im Interview ohne lange nachzudenken: „Heinrich Heine.“ Diese Szene haben viele schon gesehen. Und sie wirkt genau deshalb so bemerkenswert, weil sie auf den ersten Blick so gar nicht in das übliche politische Erwartungsbild passt. Denn ausgerechnet Heinrich Heine. Jener Heinrich Heine, der den deutschen Nationalismus scharf verspottete, der patriotische Selbstinszenierung literarisch zerlegte, der Kirche und Autoritäten mit be
3 Min. Lesezeit


„Protestwähler“ klingt harmlos. Fast unschuldig.
Ein bisschen Frust, ein bisschen Wut, ein Denkzettel für „die da oben“. Doch genau diese Verharmlosung ist längst Teil des Problems. Wer heute AfD wählt, kann nicht mehr behaupten, er wisse nicht, wen oder was er da unterstützt. Nicht nach den Deportationsfantasien. Nicht nach den Relativierungen des Nationalsozialismus. Nicht nach den menschenverachtenden Aussagen gegen Migranten, Homosexuelle oder politische Gegner. Nicht nach den rechtsextremen Netzwerken. Nicht nach den..
3 Min. Lesezeit


„Das System kam über uns“
Warum die AfD im Osten so stark ist – und warum das keine Entschuldigung sein darf „Meine Mutter sagte einmal, sie habe sich gefühlt, als wäre sie ausgewandert, ohne umzuziehen.“ Der Satz stammt von der Mutter eines Ostdeutschen, der heute in Hamburg lebt. Aber in diesem einen Satz steckt vermutlich mehr über die Wendezeit als in vielen politischen Debatten der letzten Jahrzehnte. Denn er beschreibt etwas, das viele Menschen in Westdeutschland bis heute nur schwer nachvollzie
3 Min. Lesezeit


Über die Stille der Neutralität
Es gibt Orte, die sich selbst als neutral beschreiben. Orte, an denen nichts stören soll. Keine großen Worte, keine klaren Zeichen, keine sichtbaren Unterschiede. Neutralität wirkt dort wie ein Versprechen: Hier bleibt es ruhig. Hier gehört niemand mehr oder weniger dazu. Hier muss sich niemand erklären. Doch Neutralität hat eine leise Seite. Sie zeigt sich nicht nur in dem, was fehlt – sondern auch in dem, was bleibt. Wenn Zeichen verschwinden, entsteht Raum. Ein Raum, der o
1 Min. Lesezeit


Zwischen Angst und Stillstand – Warum Demokratien gerade ihre größte Stärke verlieren
Europa steht vor einem Paradox, das gefährlicher ist als jede einzelne Krise unserer Zeit: Wir wissen, was zu tun wäre – aber wir tun es nicht. Nicht, weil uns die Mittel fehlen. Nicht, weil uns das Wissen fehlt. Sondern weil uns der Mut fehlt. Während autoritäre Systeme Entscheidungen in einer Geschwindigkeit treffen, die uns schwindelig macht, verlieren sich demokratische Staaten zunehmend im Zögern. In Koalitionsrunden, in Umfragen, in der Angst vor dem nächsten Wahltag. P
4 Min. Lesezeit


Über 55 und unsichtbar: Das größte Paradox des deutschen Arbeitsmarkts
Unternehmen jammern über Fachkräftemangel – und sortieren erfahrene Bewerber automatisch aus. Eine unbequeme Bestandsaufnahme. --- Der Appell und das Problem dahinter Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, hat es im Februar 2026 klar ausgesprochen: Das Erwerbspersonenpotenzial sinkt 2026 zum ersten Mal – um 40.000 Menschen. „Wir reden seit Jahren über Demografie – jetzt ist sie da", sagte Nahles der Deutschen Presse-Agentur. „Und das wird sich in de
4 Min. Lesezeit


Freund & Feind – Macht, Medien und Menschlichkeit im Spiegel eines Songs
Die ersten Zeilen wirken wie ein Gegenzauber in einer vergifteten Welt: „Meine Freunde sind Iraner, meine Freunde sind aus Gaza, meine Freunde sind Ukrainer, Russen und Amerikaner.“ Alix oder Nix – Freund & Feind Es ist ein Satz, der sich der Logik unserer Zeit widersetzt. Während politische Debatten immer stärker auf Abgrenzung beruhen, während Kriege wieder entlang von Identitäten erklärt werden – Nation, Religion, Kultur – stellt dieser Song eine radikale Behauptung auf: D
3 Min. Lesezeit


Du könntest meinen, Wut wäre das Erste, was kommt. Aber es ist etwas anderes.
Ich starre auf die Zahlen: 20 % für die AfD in Rheinland-Pfalz. Und ich merke, wie sich etwas in mir zusammenzieht. Keine Explosion. Kein Aufschrei. Eher eine stille, schwere Fassungslosigkeit. So eine Müdigkeit, die man nicht abschütteln kann. Ich schaue in die USA. Ich erinnere mich daran, was dort passiert ist, als Menschen wie Trump an die Macht kamen. Wie schnell sich Sprache verändert hat. Wie aus Lügen „alternative Fakten“ wurden. Wie Drohungen gegen Gerichte plötzlich
2 Min. Lesezeit


Perspektiven, die die Welt öffnen. Am Anfang war es eine Probe.
Ein leerer Theaterraum, ein paar Stühle auf der Bühne, der Geruch von Staub und Holz. Jemand probiert einen Satz aus, wieder und wieder. Eine Schauspielerin geht zwei Schritte nach vorne, bleibt stehen, sagt eine Zeile – und plötzlich verändert sich etwas im Raum. Ein Theaterraum ist im Grunde nichts anderes als ein leerer Raum, wie es Peter Brook in The Empty Space beschreibt: Mehr braucht es nicht, um Wirklichkeit zu erzeugen – ein Mensch, der handelt, und ein anderer, der
3 Min. Lesezeit


Ein Pazifist im Krieg – Über Verantwortung, Realität und das Zerbrechen von Gewissheiten
Zum Film: https://www.zdf.de/arte/arte/ein-pazifist-im-krieg---tagebuch-eines-ukrainischen-soldaten-movie-100.html Ein Pazifist im Krieg ist kein Film über Heldentum. Er ist ein Film über Verantwortung. Und über die brutale Realität eines Krieges, der Europa verändert hat. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wird viel gesprochen – über Waffenlieferungen, Diplomatie, Eskalation, Abschreckung. Der Film führt weg von diesen abstrakten Debatten und hin zu dem, was politisc
2 Min. Lesezeit


Wehrhafte Demokratie oder liberale Selbstberuhigung? Eine Replik auf Martensteins Plädoyer im Thalia-Theater
Das Theater darf zuspitzen. Es darf simulieren, provozieren, verdichten. Doch wenn reale politische Fragen auf einer Bühne verhandelt werden, bleiben sie reale politische Fragen. Im „Prozess“-Projekt des Thalia Theaters wurde die Möglichkeit eines AfD-Verbots als fiktives Verfahren inszeniert. Harald Martenstein trat dort als Redner gegen ein solches Verbot auf. Sein Kernargument: Eine Partei mit Millionen Wählerstimmen zu verbieten, könne selbst demokratiegefährdend sein. Da
2 Min. Lesezeit


Die Inszenierung der Kompetenz – wie Talkshows Verantwortung simulieren und Wahrheit verlieren
Es ist ein vertrautes Bild: ein runder Tisch, gedimmtes Licht, Wassergläser, ernste Gesichter. Talkshows gelten als Orte der demokratischen Auseinandersetzung, als Räume, in denen unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen und Orientierung entstehen soll. Doch je genauer man hinsieht, desto deutlicher wird: Was hier inszeniert wird, ist weniger Diskurs als Legitimation durch Sichtbarkeit. Wer regelmäßig eingeladen wird, gilt irgendwann als kompetent. Nicht, weil seine Aus
3 Min. Lesezeit


Europa, der schlafende Gläubiger.
Während Donald Trump mit Zöllen droht, Grönland ins Spiel bringt und die transatlantischen Beziehungen zur Realityshow degradiert, reagiert Europa vorhersehbar brav: mit Zolltabellen, WTO-Regeln und der immer gleichen Frage, welche Gegenzölle nun „angemessen“ wären. Man könnte meinen, wir lebten noch im 20. Jahrhundert, als Macht sich vor allem in Containerladungen und Handelsbilanzen entschied. Dabei liegt Europas eigentliche Macht längst woanders: im Kapital. Deutschland is
2 Min. Lesezeit


Demokratie im Stand-by-Modus
Wir leben in einer Demokratie – formal betrachtet. Wahlen finden statt, Parlamente tagen, Gesetze werden beschlossen. Und doch beschleicht viele Menschen das Gefühl, dass Entscheidungen zunehmend über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Dass Politik etwas ist, das mit ihnen geschieht, nicht durch sie. Dieses Gefühl ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines strukturellen Rückzugs der Gesellschaft aus ihren eigenen demokratischen Institutionen. Deutschland hat über 84 Millione
3 Min. Lesezeit


Die Entwertung beginnt im Diskurs
Wenn Nikolaus Blome im Spiegel schreibt, Deutschland sei „viel zu nett“ und Arbeitslose wie Kriegsflüchtlinge könnten ihr Leben „à la carte“ wählen, dann ist das keine bloße Provokation. Es ist ein diskursiver Akt. Und wie Hannah Arendt immer wieder betont hat, beginnen politische Verwerfungen nicht mit Gewalt, sondern mit Sprache. Mit der Verschiebung dessen, was sagbar, denkbar und schließlich machbar wird. Der Ausdruck „à la carte“ ist dabei zentral. Er ersetzt Zwang durch
3 Min. Lesezeit


Wer erzählt die Geschichte, bevor sie wahr ist.
Noch gibt es keine belastbaren Belege dafür, dass linke Gruppen für den Anschlag auf das Berliner Stromnetz verantwortlich sind. Das ist keine Schutzbehauptung, sondern der aktuelle Stand der Faktenlage. Die in Teilen der Berichterstattung bemühte „Vulkangruppe“ war seit Jahren nicht mehr aktiv und hat sich öffentlich von dem Anschlag distanziert. Allein dieser Umstand müsste journalistische Zurückhaltung erzwingen. Stattdessen erleben wir das Gegenteil: eine früh einsetzende
2 Min. Lesezeit
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